Buddhistisches Lehrinstitut abgerissen: Paten für Tibet gesucht

Hilfsorganisationen sind alarmiert. In Larung Gar hat die chinesische Regierung Ende Juli „aus Brandschutzgründen“ mit dem Abriss eines der wichtigsten religiösen Institute der tibetanischen Bevölkerung begonnen. Der Abriss erfolgt zu einer Zeit, in der der Konflikt zwischen Tibet und China erneut entflammt ist. Es ist die zweite Säuberungsaktion innerhalb von 15 Jahren.

Krisenfall Larung Gar

Von der Weltöffentlichkeit kaum wahrgenommen, fuhr die chinesische Regierung im Sommer 2001 schweres Baugerät auf, um im tibetanischen Ort Larung Gar tausende Hütten abzureißen. Die offizielle Begründung dafür lautete, es gäbe ein Hygieneproblem und die Überbevölkerung solle eingedämmt werden. Bei den Säuberungsaktionen vernichtete man Klöster und buddhistische Zentren, die, so die chinesische Regierung, anti-chinesische Aktivitäten unterstützten. Es war die größte Aktion dieser Art seit dem Tod Mao Zedongs gewesen.

Und nun scheint sie sich zu wiederholen, oder der Konflikt zumindest wieder an Fahrt aufzunehmen. Diesmal ist es der Brandschutz, der als offizielle Begründung für den Abriss des Lehrinstituts der „Fünf klassischen Wissenschaften“ angegeben wird. Um das Institut herum sind etwa 40.000 Wissenssuchende in den letzten Jahrzehnten in das Tal von Larung Gar gezogen. 1980 durch Khenpo Jigme Phüntshog gegründet, ist das buddhistische Institut das größte seiner Art weltweit.

Der Abriss soll bis Ende 2016 in drei Schritten erfolgen, danach sollen in den übrigen Räumlichkeiten, die nicht durch den Abriss der 1.500 „illegal erbauten“ Gebäude rund um das Institut betroffen sind, nur noch maximal 5.000 Mönche und Schüler unterkommen dürfen.

Hilfe für buddhistische Kinder in Tibet

Diese Strategie der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ist nicht neu. Organisationen wie der Tibetzentrum Berlin e.V. prangern das Vorgehen seit Jahren an. Die neuesten Aktionen stoßen auch international auf Unverständnis. Helfer, die sich über den Tibetzentrum Berlin e.V. für eine Patenschaft buddhistischer Kinder in Tibet entscheiden, bieten den Kindern vor Ort eine Chance, eine Schule zu besuchen und der Armut und Unterdrückung in ihrer Heimat durch Bildung zu entkommen.

Gegen die Säuberungswellen der Regierung sind Hilfsorganisationen die Hände gebunden, auch eine Berichterstattung ist staatlich untersagt. In vielen Teilen Tibets ist die gesundheitliche Versorgung schlecht, Flüchtlinge aus Indien kommen in den Klöstern mittellos an. Darum hilft der Tibetzentrum Berlin e.V. nicht nur Kindern aus Tibet, sondern auch älteren Mönchen und den Einrichtungen an denen diese leben, unterrichten oder unterrichtet werden. Eine Patenschaft kann ab 18 Euro im Monat übernommen werden.

Quellen:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/china- schickt-wieder-bulldozer-nach- larung-gar-a-1105290.html
http://reportage.daserste.de/larung-gar- buddhismus-moenche#31546
http://www.tibetzentrum-berlin.de/ patenschaften/dringend-paten-gesucht/
https://www.flickr.com/ photos/qfzz/1422 5327417/ (Foto)

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