Ein hartes Schicksal: Behindert auf der Flucht

Flucht und Behinderung

Rund 65,3 Millionen Menschen befanden sich 2015 weltweit nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen, UNHCR, auf der Flucht. Das ist mehr als die Bevölkerung von Großbritannien.

Gleichzeitig leben weltweit rund eine Milliarde Menschen mit Behinderungen – 80 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Bei diesen Zahlen kommt es auch vor, dass Menschen mit Behinderungen vertrieben werden und flüchten müssen.

10 Prozent der Flüchtlinge sind Menschen mit Behinderung

Schätzungsweise 10 Prozent der Flüchtlinge sind Menschen mit Behinderung. Für sie ist es besonders schwierig. Der Geschäftsführer der Christoffel Blindenmission (CBM) Dr. Rainer Brockhaus erklärt: „Flüchtlinge mit Behinderungen sind von Hilfe oftmals ausgeschlossen. Sie leiden mehr als andere unter unzureichender medizinischer Versorgung, Hunger, Durst und mangelhafter Hygiene. Häufig liegt das daran, dass wichtige Einrichtungen wie Gesundheitszentren, Ausgabestellen für Lebensmittel oder Waschräume in Flüchtlingscamps mit Rollstuhl oder Gehhilfen nicht erreichbar sind. Das muss sich ändern.“

Ob Naturkatastrophe, Krieg oder auf der Flucht: für einen blinden Menschen ist es unmöglich sich in der zerstörten Umgebung zu orientieren. Oft sind Ausgabestellen für Wasser, Nahrung und Medikamente in Katastrophengebieten nicht barrierefrei, also für Menschen mit einer Gehbehinderung kaum zugänglich. Gleiches gilt für viele Flüchtlingslager und Notunterkünfte auf der ganzen Welt.

Krieg und Naturkatastrophen können auch zu Behinderungen führen

Doch gerade Krieg und Naturkatastrophen führen zu Behinderungen – etwa Amputationen auf Grund von Bombenangriffen. Das erklärt auch den höheren Anteil von Menschen mit Behinderungen bei den syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen, die in Jordanien und im Libanon leben: 20 Prozent.

Brockhaus betont: „In der Flüchtlingshilfe aktive Organisationen müssen ihre Arbeit umfassender als bisher denken: Sie müssen die Bedürfnisse aller Flüchtlinge – also auch von Menschen mit Behinderungen – berücksichtigen und dürfen dabei die Einheimischen nicht vergessen. Denn nur wenn die Situation aller von Flucht betroffener Menschen verbessert wird, ist Hilfe wirklich erfolgreich.“

Helfen Sie mit durch eine Kinderpatenschaft langfristig Fluchtursachen zu bekämpfen. Helfen Sie auch Menschen mit Behinderungen auf der Flucht. Beispielsweise unterstützt CBM zusammen mit ihrem jordanischen Partner Al Hussein Society (AHS) syrische Flüchtlinge mit Behinderung in Jordanien. Sie verteilen Rollstühle, Prothesen und Gehhilfen. Auch setzen sie sich für barrierefreie Toiletten und Zugang zu medizinischer Versorgung in den Flüchtlingscamps des Landes ein.

Quelle: https://www.cbm.de/static/medien/ themenpaket-flucht.pdf; https://www.cbm.de/unsere-arbeit/nothilfe/Auf-der-Flucht-vor- dem-Krieg-und-blind-470158.html; https://www.cbm.de/infothek/presse/pressemeldungen/ Behinderte-Fluechtlinge-leiden-besonders-511601.html

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