Sierra Leone, Guinea und Liberia leidern unter den Folgen von Ebola

In den westafrikanischen Ländern Sierra Leone, Guinea und Liberia haben mehr als 22.000 Kinder mindestens ein Elternteil durch Ebola verloren. Laut UNICEF sind viele davon auf sich allein gestellt. „Tausende Kinder mussten den Tod von Mutter, Vater oder anderen Angehörigen miterleben“, sagt Manuel Fontaine, UNICEF-Regionaldirektor für West- und Zentralafrika. „Diese Kinder brauchen dringend besondere Zuwendung und Unterstützung, doch viele von ihnen fühlen sich unerwünscht oder allein gelassen. Normalerweise werden Waisenkinder von Verwandten aufgenommen, aber in manchen Gemeinden ist die Angst vor Ebola inzwischen stärker als der Familienzusammenhalt.“ Viele Kinder haben durch Plünderungen der Elternhäuser nicht nur Eltern und Familie, sondern auch ihr Zuhause verloren.

Nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizierten sich in den drei Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone im Zeitraum von 2013 bis Mitte 2016 mehr als 28.000 Menschen. Bei dem schlimmsten jemals registrierten Ebola-Ausbruch starben mindestens 11.000 Menschen.

Zahl der Straßenkinder durch Ebola erhöht

Laut der Organisation Don Bosco leben nun immer mehr Kinder auf den Straßen von Sierra Leone, besonders viele zieht es vom Land in die Hauptstadt Freetown. Einige Kinder prostituieren sich, um auf den Straßen überleben zu können. Auch der zuvor rückläufige Kinderhandel hat wieder zugenommen, denn kriminelle Schlepperbanden nutzten das Ebola-Chaos für sich. Don Bosco unterstützt die Kinder dabei, sich wieder in ihre eigene Großfamilie zu integrieren oder bei einer Pflegefamilie ein neues Zuhause zu finden. Die Kinder müssen psychologisch betreut werden, um wieder positiv in die Zukunft schauen zu können und das Grauen der Epidemie zu verarbeiten. UNICEF kümmert sich auch um die Ebola-Waisen und sucht gemeinsam mit lokalen Partnern nach Verwandten, Nachbarn oder Pflegefamilien, die die Kinder zu sich nehmen können.

Mehrere Organisationen helfen gegen die Spätfolgen von Ebola

Auch die SOS-Kinderdörfer sind in der Region aktiv. Insgesamt gibt es zehn SOS-Kinderdorf-Standorte in den drei besonders von Ebola betroffenen Ländern, die zusammen damit 18.000 Menschen in den Sozial- und Medizinzentren sowie Kindergärten unterstützen. So konnten 160 unbegleitete und verstoßene Kinder beispielsweise in SOS-Kinderdörfern untergebracht werden, 310 verwaiste Kinder wurden wieder mit Angehörigen zusammengeführt. SOS Kinderdörfer versorgt die Kinder bei ihren neuen Familien dann noch mit Nahrungsmitteln und Kleidung.

Übernehmen Sie eine Kinderpatenschaft für ein Ebola-Waisenkind. Insbesondere UNICEF, Plan International und SOS-Kinderdörfer vermitteln Patenschaften in Liberia, Sierra Leone und Guinea. Doch auch viele kleine Organisationen sind aktiv im Einsatz für Ebola-Waisen. Helfen Sie mit!

Quelle: https://www.unicef.de/informieren/aktuelles /presse/2014/ebola-waisen/60386; http://www.don-bosco-mondo.de/projekte/projektlaender /afrika/sierra-leone/don-bosco-in-sierra-leone-kaempft-gegen-ebola/#c20244; http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/ reisemedizin/ebola/waehrend-westafrika-epidemie-ebola-virus-hat-sich-an-menschen-angepasst_id_6153474.html; http://www.don-bosco-mondo.de/projekte/projektlaender/afrika/sierra-leone/ganzheitliche-hilfen-fuer-ebola-waisen-notwendig/; http://www.sos-kinderdoerfer.de/unsere-arbeit/hilfsprojekte/sos-hilfe-fuer-ebola-waisen; https://www.unicef.de/informieren/ projekte/einsatzbereiche-110796/ebola-111184/westafrika/54690

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