168 Millionen Kinder weltweit müssen arbeiten

Kinderarbeit zerstört Kindheit

In Cajamarca, Peru ist es nicht ungewöhnlich, dass Kinder jeden Tag in einer Ziegelei schuften. Die Kindernothilfe beschreibt in ihrem Jahresbericht den Alltag der Kinder sehr eindringlich: „Schon Vier- und Fünfjährige mischen den Lehm, tragen die bis zu drei Kilogramm schweren Ziegelsteine in die Brennöfen, entgraten die scharfen Kanten. Die Haut der Kinder ist oft rissig und sogar blutig. Ihre Nieren und Harnwege infizieren sich nicht selten beim Stampfen im kalten, feuchten Lehm. Und das Gewicht der Steine führt zu Schäden an den noch wachsenden Knochen der Kinder.“

Die Kindernothilfe berichtet beispielhaft in ihrem Jahresbericht für 2015 über eines Ihrer Projekte in Peru. Gemeinsam mit dem lokalen Partner IINCAP überzeugt die Kindernothilfe in diesem Projekt Eltern ihre Kinder in die Schule zu schicken und nicht zur Arbeit. Die Kinder werden durch das Projekt beim Kauf von Schulmaterialien unterstützt. Sie bekommen eine Schuluniform und jeden Tag eine warme Mahlzeit. Viele Kinder konnten so ihre Arbeit in der Ziegelei aufgeben und eine Schule besuchen.

Abgrenzung von Hilfe im Haushalt und Kinderarbeit

Kinderarbeit bedeutet nicht, dass Kinder im Haushalt aushelfen und kleine Aufgaben für die Familie erledigen. Der Unterschied liegt in der Form der Arbeit. Die Kinder sind zu jung für die Tätigkeiten, „weil sie gefährlich oder ausbeuterisch sind, die körperliche oder seelische Entwicklung schädigen oder die Kinder vom Schulbesuch abhalten.“ Es gibt weltweit 168 Millionen arbeitende Kinder zwischen fünf und 17 Jahren, davon sind 120 Millionen unter 15 Jahren alt. Die Kinder arbeiten vor allem in der Landwirtschaft und als Hilfskräfte im Dienstleitungsgewerbe.

Zu den schlimmsten Formen der Kinderarbeit werden Sklaverei, der Einsatz als Kindersoldat, Kinderprostitution und Kinderpornografie und Einsätze als Drogenkuriere gezählt. Weltweit haben sich fast alle Staaten verpflichtet jegliche Form von Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 vollständig abzuschaffen. Doch derer Verdienst der Kinder ist für viele Familien die Existenzgrundlage: Armutsbekämpfung ist also auch ein Kampf gegen Kinderarbeit.

Als Verbraucher ist es auch unsere Aufgabe kritisch zu hinterfragen unter welchen Bedingungen, die von uns gekauften Produkte hergestellt werden. Neben Selbstverpflichtungen brauchen Unternehmen auch den öffentlichen Druck, um Sicherheit zu leisten, dass in der gesamten Produktionskette keine Kinder ausgebeutet wurden.

„Die gute Nachricht ist: Immer weniger Kinder müssen arbeiten. Im Vergleich zu 2000 ist die Zahl der Kinderarbeiter um ein Drittel gesunken (von 246 Millionen auf 168 Millionen), diese Tendenz hat sich seit 2008 noch beschleunigt.“, bestätigt UNICEF.

Unterstützen Sie auch ein Kind durch eine Patenschaft und ermöglichen Sie den Zugang zu Bildung und zu einer glücklichen Kindheit.

Quelle: https://www.kindernothilfe.de/multimedia/ KNH_DE/Neue+Webseite/Infothek/ Publikationen/Jahresberichte+ und+Magazine/Jahresbericht +2015+ und+Anlagen/JB+2015.pdf; https://www.unicef.de/informieren/blog/2015/ kinderarbeit/78828; https://www.unicef.de/informieren/projekte/ einsatzbereiche-110796/ kinderarbeit-111212 /gegen-ausbeutung/62136

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