Kindersoldaten als Spione oder Minensucher

In mindestens 19 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika werden rund 250.000 Kinder als Soldaten rekrutiert (Presseerklärung Plan International). Sie werden als Spione, Vorhut, Minensucher oder für besonders gefährliche Positionen an der Front eingesetzt, da sie als „weniger wertvoll“ gelten als erwachsene Soldaten. Zu dem hohen Risiko für Verletzungen und Tod kommt sexueller Missbrauch und die langfristigen psychischen Folgen, die durch Zwang zu absolutem Gehorsam und die traumatischen Erfahrungen des Krieges in den Kindern ausgelöst werden.

Per Definition sind Kindersoldaten »… alle Personen unter 18 Jahren, die von Streitkräften oder bewaffneten Gruppen rekrutiert oder benutzt werden (…), darunter Kinder, die als Kämpfer, Köche, Träger, Nachrichtenübermittler, Spione oder zu sexuellen Zwecken benutzt wurden.« (Definition nach den Pariser Prinzipien (2007)). Auch wenn es rechtliche Maßstäbe zum internationalen Schutz von Kindern gibt, werden diese in der Praxis nicht ausreichend umgesetzt. Auch der Druck auf internationaler Ebene bleibt weitgehend aus.

Da Kinder leichter zu beeinflussen sind, werden sie von den Konflikt- und Kriegsparteien meist mit falschen Versprechungen und der Hoffnung auf einen kleinen Lohn angelockt. Sie werden mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht, zu Gräueltaten gezwungen und so für die Zwecke der Erwachsenen missbraucht. Nach dem Einsatz, sofern er überlebt wurde, bleiben meist körperliche Schäden oder Behinderungen zurück und immer seelische Narben.

UNICEF und Plan International aktiv für ehemalige Kindersoldaten

Einige Organisationen setzen sich mit Projekten und Patenschaft explizit für ehemalige Kindersoldaten ein. Die schrecklichen und unvorstellbaren Erlebnisse führen zu vielen traumatisierten Kriegskindern, die verständlicherweise starke Probleme haben diesen Albtraum hinter sich zulassen und im neuen Alltag Fuß zu fassen. Beispielsweise gibt es mit dem UNICEF-Reintegrationsprogramm eine Möglichkeit zur Unterstützung mit der schon 1.500 Kinder neue Perspektiven bekommen haben. UNICEF betreut ehemalige Kindersoldaten in Reintegrationszentren und versucht diese so auf eine Rückkehr in ihre Heimatorte vorzubereiten, denn neben den Erlebnissen als Kindersoldat kann es auch zu einer Stigmatisierung durch Gemeindemitglieder für die Taten während des Konfliktes kommen. Mädchen und Jungen können in den Zentren auch eine Berufsausbildung machen und werden von Sozialarbeitern unterstützt.

Plan International zeigt mit ihrer Studie „Silent Suffering“, dass eine Reintegration und spezielle Fürsorgeangebote für ehemalige Kindersoldaten absolut notwendig ist, denn „etwa 90 Prozent zeigen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, und circa 65 Prozent haben Symptome einer schweren Depression.“ Dazu kommen Schlafstörungen, Trauer und Hoffnungslosigkeit. Zu den betroffenen Ländern gehören Kolumbien, Mali, Sudan und Südsudan, Nigeria, Thailand, Pakistan, Syrien, Irak, Philippinen und viele mehr. So gibt es allein in Burma mehrere Tausend Kindersoldaten.

Unterstützen Sie ein von Krieg oder bewaffneten Konflikten betroffenes Kind oder einen ehemaligen Kindersoldaten mit einer Patenschaft.

Quellen:
https://www.plan.de/news/detail/artikel/philippinen-einsatz-von-kindersoldaten-stoppen.html
https://www.unicef.de/informieren/projekte/asien-4300/sri-lanka-19370/kindersoldaten/13216
http://www.tdh.de/was-wir-tun/themen-a-z/kindersoldaten/daten-und-fakten.html
Unicef (Bild)

 

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